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Tipps & Tricks

  • InDesign: 6 lässige Dinge, die man mit Grep-Stilen tun kann
  • InDesign: Scheinbar Unmögliches möglich machen
  • Photoshop: Die Mitte eines Bildes finden – schnell
  • InDesign: Verknüpfungs-Informationen anpassen
  • Photoshop: Wie es zu krummen Dokumentgrössen kommt
  • Acrobat: Dateien wirklich kleinkriegen

InDesign

6 lässige Dinge, die man mit Grep-Stilen tun kann

(msc) Bei den Grep-Stilen verstehen manche InDesigner nur Bahnhof – und bei anderen Usern leuchten die Augen, weil diese Funktion sehr viel Zeit sparen kann. Wenn man sie denn einzusetzen weiss.

David Blatner vom InDesign-Secrets-Blog hat in einem Beitrag fünf tolle Einsatzgebiete für die Grep-Stile vorgestellt. Grep-Stile werden einem Absatzformat zugewiesen und führen dazu, dass innerhalb dieses Absatzformates Textteile automatisch mit einem bestimmten Zeichenformat ausgezeichnet werden, wenn die dem Stil hinterlegte Bedingung erfüllt ist.

Der Standardeintrag für den Grep-Stil im Dialog Absatzformatoptionen bei Grep-Stil lautet \d+. Er besagt, dass dieser Stil ab einer Ziffer Verwendung findet. Wenn Sie dem Stil ein Zeichenformat zuweisen, der eine Formatierung in Fett bewirkt, würden Sie alle Ziffern automatisch in fett formatieren, wenn Sie das als sinnvoll erachten. Oder Sie hinterlegen ein Zeichenformat, das automatisch proportionale Mädievalziffern für den Fliesstext vorgibt.

Ein drittes Einsatzgebiet ist die automatische Kennzeichnung von bestimmten Begriffen. Wenn Sie die Namen bekannter Adobe-Programme entsprechend kennzeichnen möchten, verwenden Sie ein Zeichenformat und folgenden Grep-Term: (InDesign|Illustrator|Photoshop|Bridge).

Viertens: Sie passen die Breite einzelner Zeichen an. Sollte Ihnen der Schrägstrich (/) zu dominant sein, setzen Sie die horizontale Skalierung auf 93 % und tragen ihn als Grep-Term ein.

Fünftens: Über Grep-Stile lassen sich Texte auch typografisch bereinigen. Anstatt doppelte Leerschläge oder Leerschläge vor Absatzmarken per Suchen-Ersetzen zu entfernen, markieren Sie sie einfach als unsichtbar. Es gibt zwar keine Möglichkeit, Text über ein Zeichenformat auszublenden. Aber Sie können als Textfarbe Papier und für die horizontale Breite 1 % setzen; das ist so gut wie unsichtbar.

Sechstens: Brüche automatisch formatieren. Dazu verwenden Sie ein Zeichenformat, bei dem unter OpenType-Funktionen die Option Brüche gesetzt ist. Als Grep-Term geben Sie folgendes ein: \d+/\d+

Das Bruch-Zeichenformat kommt dann zum Einsatz, wenn eine oder mehrere Ziffern von einem Schrägstrich gefolgt werden und dann wiederum eine oder mehrere Ziffern vorzufinden sind. Aus «23/24» wird somit automatisch 23/24. Notwendig ist natürlich, dass Sie eine entsprechend ausgebaute Schrift verwenden, beispielsweise die «Calibri» aus neueren Versionen von Windows und Office.

InDesign

Scheinbar Unmögliches möglich machen

(msc) «Fakt ist: Ich habe an wichtiger Stelle falsch geschult. Seit eh und je!», schreibt InDesign-Coach Jochen F. Uebel im SMI-Publishing-Blog. Ähnliche Einsichten haben viele Benutzer von Adobe-Produkten: Auch nach Jahren kann es passieren, dass man entdeckt, wie einfach sich eine Aufgabe lösen lässt, die man für unmöglich gehalten hat.

Im Fall von Jochen F. Uebel geht es um die Verwendung von Farben in den Dialogen zur Erstellung von Druckformaten. Weder bei den Zeichen- noch bei den Absatzformaten gibt es in der Rubrik Zeichenfarbe eine Möglichkeit, eine neue Farbe anzulegen. Das heisst, um eine Farbe zu verwenden, muss man vor der Bearbeitung des Druckformats das entsprechende Farbfeld definiert haben – dachten wir alle.

Es geht aber ganz einfach: Ein Doppelklick auf den Farbindikator (die beiden überlappenden Quadrate für Flächen- und Konturfarbe) bringt den Dialog Neues Farbfeld zum Vorschein. Gut zu wissen!

Photoshop

Die Mitte eines Bildes finden – schnell

(msc) Möchte man in einem Bild eine Linie vertikal oder horizontal genau durch die Mitte führen, ist das in Photoshop nicht gerade einfach. Man kann die Lineale auf Prozentzahlen einstellen und die Aufgabe so erledigen.

Schneller geht es allerdings wie folgt: Betätigen Sie die Tastenkombination zur Auswahl des ganzen Bildes (Ctrl + a oder cmd + a). Schalten Sie mit Ctrl + r bzw. cmd + r die Lineale ein und betätigen Sie Ctrl + t bzw. cmd + t, um frei zu transformieren. Nun ziehen Sie eine Linie in die Mitte des Bildes. Sie rastet automatisch beim Mittelpunkt des Frei-Transformieren-Rahmens ein, und der entspricht auch dem Mittelpunkt des Bildes. Mit Esc beenden Sie den Frei-Transformieren-Modus und mit Ctrl + d bzw. cmd + d entfernen Sie die Selektion.

InDesign

Verknüpfungs-Informationen anpassen

(msc) Die Verknüpfungen-Palette von InDesign zeigt auf Wunsch technische Details zu der ausgewählten verknüpften Datei an – diese Informationen werden durch einen Klick auf das Dreiecks-Symbol in der linken unteren Ecke der Palette angezeigt.

Nun gibt es hier Informationen, die Sie nicht interessieren mögen – und dafür fehlen Ihnen womöglich Angaben. Die gute Nachricht: Sie können bestimmen, welche Informationen erscheinen sollen. Klicken Sie auf das Flyout-Menü der Palette und betätigen Sie den Befehl Bedienfeldoptionen. Nun können Sie in der Spalte In Verknüpfungsinformationen anzeigen angeben, welche Informationen sichtbar sein sollen und welche nicht.

Aber nicht nur das: Sie können über die Spalte In Spalten anzeigen auch zusätzliche Informationen in der Verknüpfungsliste in tabellarischer Form anzeigen. Es ist auch möglich, nach diesen Informationen zu sortieren. Sie können ausserdem die Schrift verkleinern und unter Verknüpfungsinformationen eine grosse Vorschau anzeigen lassen (Option: Miniaturen – In Verknüpfungsinformationen anzeigen).

Photoshop

Wie es zu krummen Dokumentgrössen kommt

(msc) Photoshop scheint sich mitunter seltsame Schnitzer bei den Dokumentgrössen zu leisten. Beispiel: Sie richten ein Dokument mit 15 Zentimeter Breite, zehn Zentimeter Höhe und einer Auflösung von 120 Pixel pro Zoll ein. Nun kontrollieren Sie die Angaben im Bildgrösse-Dialog und sehen, dass Photoshop Ihre Angaben in eine Breite von 15,01 Zentimeter und eine Höhe von 9,99 Zentimeter abgeändert hat. Ein Zehntelmillimeter Abweichung fällt nicht ins Gewicht – aber trotzdem stellt sich die Frage, woher sie rührt.

Die Antwort ist einfach: Manchmal erfordert die gewünschte Auflösung eine kleine Anpassung der Abmessungen, weil die gewünschte Angabe von Pixeln pro Zoll nicht exakt auf die ganze Breite und/oder Länge passt. Ein Zoll beträgt bekanntlich 2,54 cm. 15 Zentimeter entsprechen 5,906 Zoll, und das sind bei 120 Pixel pro Zoll 708,66 Pixel, die Photoshop grosszügig auf 709 Pixel aufrundet.

Acrobat

Dateien wirklich kleinkriegen

(msc) Es gibt zwei Befehle in Acrobat, um die Dateigrösse von PDF-Dokumenten zu reduzieren. Der Befehl Dokument > Dateigrösse reduzieren führt eine allgemeine Bereinigung durch. Über Erweitert > PDF-Optimierung lässt sich gezielt steuern, auf welche Weise die Dateigrösse verringert werden soll. Eine wichtige Massnahme ist die Reduktion der Auflösung bei den eingebetteten Bildern auf das notwendige Minimum.

Wenn eine Bereinigung mit den Standardeinstellungen nicht viel bringt, klicken Sie im Dialog PDF-Optimierung auf die Schaltfläche Speicherprüfung. Eine Auflistung zeigt daraufhin an, welche Elemente der Datei am meisten Speicher benötigen. Bei der Interpretation dieser Angaben hilft der Blogpost «Get rid of that bloat (in your PDF)» ungemein.

Es wird beispielsweise erklärt, was mit dem nichtssagenden Begriff «Dokument-Overhead» gemeint ist. Es handelt sich um die Informationen, die in der Rubrik Benutzerdaten verwerfen aufgeführt sind, unter anderem Metadaten, Dateianlagen, ausgeblendete Ebenen und persönliche Daten anderer Anwendungen. Standardmässig sind keine Optionen angekreuzt. Darum lässt sich der Effekt der PDF-Optimierung verbessern, wenn diese digitalen Anhängsel verworfen werden.

Aber bitte nicht übers Ziel hinausschiessen! In der Rubrik Objekte löschen können JavaScript-Aktionen, Formularbefehle, Lesezeichen oder eingebettete Suchindizes entfernt werden – Dinge, die in manchen Fällen wichtig und nützlich sind.

Daher ist von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen beibehalten werden müssen. Es lassen sich verschiedene Optimierungseinstellungen abspeichern.

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