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Neue Pixelrekorde an der Photokina

Photokina-Nachlese: neue Digitalkameras

Auflösungserscheinungen

«Digital schlägt Kleinbild» ist die Schlagzeile zur diesjährigen Fotomesse, die durch neue Pixelrekorde und viele Neuentwicklungen gekennzeichnet war.

Markus Zitt Während die Branchen Informationstechnologie, Telekommunikation, Medien und die Finanzwirtschaft momentan eine anhaltende Krise immensen Ausmasses erfahren, feiert die Fotobranche im Bereich der Digitalfotografie Umsatzrekorde und beachtliche technische Fortschritte.

Diese Situation drückte sich auch an den beiden Ende September durchgeführten Messen aus. Während die Orbit/Comdex ein gutes Drittel kleiner (Ausstellerzahl, Ausstellungsfläche, Besucherzahl) als im wenig berauschenden Vorjahr ausfiel und der Messe Basel damit die Felle weg- schwammen, wurde rheinabwärts die Photokina in Köln von einer Ausstellerflut und einem Besucherstrom geradezu überschwemmt. Insgesamt tummelten sich auf der alle zwei Jahre stattfindenden Weltmesse der Fotografie 1200 Aussteller aus 46 Ländern auf 220000 Quadratmetern.

Durchgehend rosig sieht die Zukunft für die Fotobranche dennoch nicht aus, denn während die Digitalfotografie für Aufschwung sorgt, geht dies immer auch zu Lasten der konventionellen analogen Fotografie. So sind inzwischen einerseits die Filmverkäufe deutlich rückläufig, andererseits hat sich das durch die Digitalkameras ausgelöste allgemeine Interesse an der Fotografie auch auf die analoge Fotografie übertragen. Auf diese Weise resultiert die nach den mageren 90er- Jahren gestiegene Nachfrage auch in zahlreiche Innovationen im Analogbereich. Sogar Sofortbildkameras sind trotz Digicams und Fotodruckern weiterhin gefragt. Insbesondere die Polaroid-i-Zone-Kameras gingen weg wie warme Semmeln und bescherten ihrem Hersteller einen der bislang grössten Verkaufserfolge.

Was analoge Kameras anbelangt, sind zwei Trends auszumachen. Den einen könnte man unter dem Motto «back to the roots» als eine Art Gegenbewegung zur Computerisierung der Fotografie beschreiben. Beispiele dafür sind die neu entwickelten, weitgehend manuell zu bedienenden Sucherkameras mit Wechselobjektivanschluss wie die neue Rollei RF 35, die an die Tradition der Leica-M-Serie anknüpft.

Auch die Renaissance des Mittelformats, die sich durch ungewohnt viele neue Kameramodelle (z.B. Contax, Mamiya) in jüngster Vergangenheit sowie die brandneue Hasselblad H1 ausdrückt, könnte man als Teil dieses Trends ansehen. Denn während die Qualität der digitalen Fotochips langsam, aber sicher die des Kleinbildfilmes erreicht, scheint es eine leichte «Fluchtbewegung» hin zu grösseren und deshalb qualitativ deutlich überlegeneren Filmformaten zu geben.

Bei den Kameras selber gibt es allerdings keinen Trend hin zu einfacherer Technik, sondern einen in die entgegengesetzte Richtung. Die meisten neu entwickelten Mittel- und Grossformatkameras sind absolut moderne Hitech-Geräte, die für den zweiten Trend stehen. Viele Hersteller richten sich auf die digitale Zukunft aus und entwickeln komplett neue (Hybrid-) Kameras, die gleichermassen film- und chiptauglich sind.

Ein Beispiel ist die im Sommer vorgestellte Fachkamera Sinar p3, die im Hinblick auf die Nutzung mit digitalen Rückteilen entwickelt wurde (siehe Publisher 5-02). Im Rahmen der Neukonzeption werfen die Hersteller auch gleich allen alten (Kompatibilitäts-)Ballast ab. Nur so ist die Wende der konservativen Schweden zu erklären, die mit allen ihren Tabus gebrochen haben und der neuen Hasselblad H1 nicht nur Autofokus, sondern ebenso das praxisgerechtere rechteckige 6x4,5 cm-Format verpasst haben.

Ein weiteres Beispiel für diese Entwicklung ist auch die analoge Canon EOS-1v-Kleinbildspiegelreflexkamera, die vor etwas über zwei Jahren vorgestellt wurde. Auf der Basis dieser Kamera entstanden die letztjährige digitale EOS-1d (siehe Publisher 6/2001 und 3/2002) und die topaktuelle Photokina-Neuheit EOS-1Ds.

Pixel-Giganten

Die Canon EOS-1Ds (siehe Bild unten rechts) wurde übrigens im Vorfeld der Photokina als DIE Messesensation gehandelt, denn ihre versehentlich vorab bekannt gewordene Auflösung von 11,1 Mpx schien nicht nur rekordverdächtig, sondern kommt auch der Auflösung von Kleinbildfilmen (je nach Filmtyp ca 12 bis 15 Mpx) gefährlich nahe. Die Kamera ist baugleich mit EOS-1d (4 Mpx) und hat auch weitgehend denselben Funktionsumfang. Die EOS-1Ds schiesst aber nur 10 Fotos in Folge bei 3 Bildern pro Sekunde (EOS-1d : 21 bei 8 fps), bietet als kürzeste Verschlusszeit 1/8000s (EOS-1d: 1/16000s) und einen geringen Empfindlichkeitsbereich von maximal 50 bis 1250 ISO (EOS-1d: 100–3200 ISO).

Das interessante am CMOS-Chip der neuen rund 14000 Franken teuren EOS-1Ds ist nicht nur dessen Auflösung (Bilder: 4082x2718 px), sondern auch deren Grösse (35,8x23,8 mm), die nahezu dem Kleinbildformat entspricht bzw. dem, was Canon darunter versteht (vgl. analoge Canon EOS-3). Mit dieser Chipgrösse fällt die Brennweitenverlängerung dahin und Digitalfotografen können ihre Weitwinkelobjektive endlich wieder als solche einsetzen. Wie zuvor die Konkurrenz, fährt nun auch Canon eine Strategie mit einer «niedrig auflösenden», aber schnellen 4-Mpx-Kamera für die Action-Fotografie und einer hoch auflösenden, langsameren 11-Mpx-Spiegelreflex für sonstige fotografische Anwendungen.

Mit der DCS Pro 14n (siehe Bild oben rechts) hat allerdings Kodak den Japanern die Show gestohlen, denn ihr CMOS-Fotochip weist ebenfalls volles Kleinbildformat (24x36 mm) auf, hat aber mit 14 Mpx (13,89 Mpx eine wesentlich höhere Auflösung. Eine direkte Konkurrenz zur Canon ist die Kodak jedoch nicht, da sie mit einem Bajonettanschluss für Nikon-Objektive ausgestattet ist. Genau genommen basiert sie wie die Nikon D100 (siehe Publisher 4/2002) und die Fujifilm FinePix Pro S2 auf der analogen Nikon F80, ist jedoch deutlich dicker, um nicht zu sagen bulliger. Überraschen konnte der langjährige Hochpreisrekordhalter auch mit dem geplanten Verkaufspreis von um 8500 Franken (exkl. MwSt). ÄÄhnliches erwartete man übrigens vergebens von Nikon, die ihre D2 nun wohl erst an der kommenden PMA-Messe vorstellen wird. Doch zurück zur Kodak DCS Pro 14n. Sie schiesst bis zu 8 bzw. mit Puffererweiterung 18 Fotos (4536x3024px) in Folge bei einer Geschwindigkeit von 2 fps. Ihre kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/8000s und ihr Empfindlichkeitsbereich reicht von 80–800 ISO.

Von Kodak wurde zudem noch ein neues Digitalback mit 16 Mpx und integriertem LCD vorgestellt. Das Kodak Pro Back 645H (siehe Bild oben links) ist nun eben eines jener Rückteile für die neue Hasselblad H1 und andere Mittelformatkameras. Daneben hat Kodak natürlich eine Fülle weiterer professioneller Produkte für die digitale und analoge Fotografie (Filme, Fotopapiere, Minilabs, Thermosublimationsdrucker) sowie Digital- und APS-Kameras den Konsumenten vorgestellt.

Sinarback mit Rekordauflösung

Pixel-Peanuts sind die Auflösungen der Canon- und Kodak-Spiegelreflexkameras im Vergleich zu dem, was Sinar an der Photokina zeigte. Mehr als 22 Megapixel (22195200 px bzw. 4080x 5440 px) bietet ihr digitales Rückteil Sinarback 54 (Fr 48000.–), dessen Mittelformat-CCD-Fotochip 50x38,8 mm misst und von Kodak zusammen mit und exklusiv für Sinar entwickelt wurde. Als «Einsteigermodell» gibt es neu das Sinarback 43 mit einem 24x36 mm grossen 11-Mpx-Chip.

Ebenfalls neu ist die mobile Sinar m, an deren Spiegelreflexgehäuse diverse Objektive (Sinaron Digital-, Mittelformat- und Kleinbildobjektive) sowie Digitalrückteile mit kleinbildformatigem Chip (Sinarback 22, 23 oder 43) verwendet werden können.

Auch Phase One will im kommenden Jahr mit dem H25 ein 22-Mpx-Rückteil auf den Markt bringen, hat aber im neuen Phase-One-H101-Rückteil für Contax-, Hasselblad- (u.a. neue H1) und Mamiya-Kameras schon heute einen 11 Mpx-Chip (3992x2656 px) im Format 36,9x24,6 mm zu bieten.

Digicams für die Masse

Während im professionellen Bereich die Auflösungsrekorde im Vordergrund standen, haben sich 4 Megapixel in der Mittelklasse der Consumer-Digicams etabliert. Innovationen blieben weitgehend aus. Stattdessen setzten die Hersteller auf überarbeitete Versionen ihrer bewährten Modelle und sorgten so für die übliche Neuheitenschwemme.

Canon (www.canon.ch) brachte mit dem Topmodell PowerShot G3 (4 Mpx, 34–140 mm, Fr. 1490.–), der kompakten PowerShot S45 (4 Mpx, 35–105 mm, Fr. 1190.–) und der ultrakompakten Ixus-v3 (neu 3 Mpx, 35–70 mm, Fr. 898.–) gleich drei Neuauflagen.

Nachdem Casio (www.casio.de, Hotline SA 091 683 20 91) jüngst mit den ultraflachen EXILIM-Modellen im Kreditkartenformat Furore gemacht hatte, gab es auch bei zwei anderen Modellserien Nachwuchs. Eines ist die robuste, spritzwasser- und stossresistente 2-Mpx-Kamera namens GV-20 G.BROS, die andere das 5-Mpx-Modell QV-5700 mit 35–105 mm Zoom.

Contax (www.yashica.de, Yashica 01 720 34 34) lancierte mit der Contax Tvs digital (5 Mpx, 35–105 mm, 1598.–) ein digitales Pendant zu ihrer analogen Edelkamera, während man auf die vor Ewigkeiten angekündigte Spiegelreflex Contax N noch immer vergebens wartet.

Eine Fülle neuer Kameras kam wie gewohnt von Fujifilm (www.fujifilm.ch), deren Kameras allesamt die neue xD-Speicherkarte nutzen. Ein Grossteil wurde bereits im Vorfeld der Photokina vorgestellt. Dennoch hier eine kleine Liste der neuen und ganz neuen Kameras, von denen die Mehrzahl mit dem speziellen Fujifilm-Super-CCD-Chip ausgestattet sind. Dieser liefert eine höhere interpolierte Bildauflösung (Details siehe Publisher 6/2000).

In der 2-Mpx-Einsteigerklasse wurden die FinePix A202 (2 Mpx, 35 mm, Fr. 398.–), die FinePix A203 (2 Mpx, 38–114 mm, Fr. 629.–) und die FinePix A204 (2 Mpx, 38–114 mm, 559.–) lanciert.

Zur Mittelklasse gehören die FinePix A303 (3 Mpx, 38–114 mm, 769.–), die «zoomstarke» FinePix S304 (3Mpx, 38-228 mm, Fr. 998.–), die ultraflache Fine Pix F401 (2Mpx, 38–114 mm, 950.–) sowie die FinePix F402 (2 Mpx, 35mm, 729.–) mit Festbrennweite.

Ein besonders Highlight ist die FinePix M603 (3 Mpx, 35–70 mm, 1198.–) im hochformatigen Kameragehäuse, die auch Videoaufnahmen im VGA-Format (640x480 px, 30 fps) aufnimmt. Neben dem xD-Card-Slot besitzt sie einen zweiten für Mikrodrives (CompactFlash Typ II), auf dem sie in bester Qualität 15 Minuten aufzeichen kann.

Auch HP (www.hp.ch) liess sich nicht lumpen und brachte gleich vier neue Digicams heraus. Das Digicam-Quartett besteht aus der Photosmart 320 (2 Mpx, 38 mm, 257.–), gefolgt von der Photosmart 620 (2 Mpx, 36–102 mm, 382.–) und der Photosmart 720 (3 Mpx, 34–102 mm, 497.–) bis zum Topmodell mit Farbsucher, der Photosmart 850 (4 Mpx, 37–300 mm, 864.–)(siehe oben rechts).

Der gelbe Riese (www.kodak.de) setzte weiterhin auf sein Konzept, Digicams mit Docking-Stationen (Bildtransfer, Akkuladegerät) zu kombinieren, und brachte mit der Kodak EasyShare LS 443 Zoom (4 Mpx, 35–105 mm, 879.–) ein neues Topmodell mit Optik aus dem Hause Schneider-Kreuznach. Als preiswerte Einsteigerkamera wurde ausserdem die EasyShare CX4300 (3 Mpx, 36mm, 380.–) eingeführt.

Modellpflege bei Minolta

Minolta (www.minolta.ch) setzt ganz auf Modellpflege und liefert im leichten, aber robusten und hochwertigen Magnesiumgehäuse die Profiversion der Dimage 7i. Die Dimage 7Hi (5 Mpx, 28–200 mm, 2398.–) ist nicht nur schwarz, sondern hat einen Anschluss für die Studioblitzanlage und kann zwei Farbprofile den Bildern zuordnen. Der ultraflachen Hemdtaschen-Kamera Dimage X wurde eine 3-Mpx-Auflösung – und zur Unterscheidung gegenüber dem weiterhin erhältlichen 2-Mpx-Modell – ein «i» (Dimage Xi, 3 Mpx, 35–105mm, Fr 838.–) im Namenszug verpasst.

Bei Nikon (www.nikon.ch) fiel das Neuheiten-Portfolio, das aus der Coolpix 4300 (4 Mpx, 38–114 mm, 998.–) und der Coolpix 3500 (3 Mpx, 37–111mm, 698.–) besteht, relativ mager aus, aber schliesslich hatte Nikon u.a. mit der Coolpix 5700 und Coolpix 4500 bereits im Sommer ihrer Innovationspflicht Genüge getan. Erwähnenswert ist noch die Gelassenheit, mit der man auf die Kodak 14n reagierte.

Olympus (www.olympus.ch) baute ihre Neuheiten – wie schon immer – konsequent auf früheren Modellen auf. Neu sind die Camedia-C-730 Zoom (3 Mpx, 38–380 mm, 1090.–), die ultrakompakte Camedia C-50 Zoom (5 Mpx, 38-114mm, 1198.–) und die Camedia C-5050 Zoom (5 Mpx, 35-105mm, 1490.–). Letztere besitzt endlich einen bewegbaren, wenn auch nur hochklappbaren LCD und liest gleich drei Kartenformate (SmartMedia, xD-Card sowie CompactFlash inkl. Microdrives).

Von Panasonic (www.panasonic.ch) gab es mit der Lumix DMC-FZ1 eine 2 Mpx-Kamera mit extremem 12x-Zoom (35–420mm) samt dem dabei notwendigen optischen Bildstabilisator.

Ricoh (www.ricoh de, Gujer Meuli 01 855 40 01) zeigte mit der Caplio RR 33 (3 Mpx, 35–105 mm, Fr. 698.–) eine Digicam mit geringer Auslöseverzögerung, die mit Li-Ion-Akku oder Batterien betrieben werden kann.

Aus der UE-Ecke stammend, präsentierte auch Sanyo (www.sacom.ch) mit der VPC-MZ3 (2 Mpx, 35–105 mm, 699.–) eine kleine Digicam.

Sony legt Klassiker neu auf

Wie viele andere sparte auch Sony (www.sony.ch) bei den Innovationen und setzte derweil auf Modellpflege. Wie aus einem Kinder-Überraschung-Ei stammend wirkten die beiden Winzlinge Sony Cybershot DSC-U10 (1 Mpx, 33 mm, 429.–) und die DSC-U20 (2 Mpx, 33 mm, 529.–). Einen Klassiker hat Sony mit den Cybershot DSC-F77 und FX77 (4Mpx, 37 mm, 898.–/1048.–) wiederbelebt. Sie basieren auf der DSC-F1 und deren Nachfolger F55 aus dem letzten Jahrhundert, sind ultraflach und besitzen ein Schwenkobjektiv. Die DSC-FX77 weist zudem eine Bluetooth-Funkschnittstelle auf. Auch die Ahnenreihe der Sony Cybershot DSC-F717 (5 Mpx, 38–190 mm, 1998.–) reicht weit zur legendären F505 zurück und ist weitgehend baugleich mit der letztjährigen F707. Die F717 ist mit einem Farbbildsucher und einer Nightshot-Funktion ausgestattet und verfügt als erst- Digicam über eine USB-2.0-Schnittstelle. Eine der innovativsten Digitalkameras ist die Sony Handycam DCR-IP220 (Video in PAL-Auflösung, 2-Mpx-Fotos, 39–390 mm, 3498.–). Bei der IP220 handelt es sich um einen Videocamcorder für das MPEG2-basierte, bislang nur von Sony genutzte MicroMV-Format, das momentan nur vom Pinnacle-Studio- 8-Videoschnittsytem unterstützt wird. Interessant ist das röhrenförmige Design und der Umstand, dass die IP220 Fotos mit einem echten 2-Mpx-Fotochip schiesst.

Yashica präsentierte neben der erwähnten Contax-Edel-Digicam ebenfalls zwei neue Modelle, die Yashica Kyocera Finecam S3L (3Mpx, 35–105 mm, 798.–) und die Finecam S5 (5 Mpx, 35–105 mm, 998.–).

Unter den Speicherkarten hat die CompactFlash derzeit die grösste und breiteste Akzeptanz. Sie kommt bei allen Profi- und Prosumer-Kameras zum Einsatz und generell bei Digicams der Marken Canon, Casio, Kodak und Nikon. Fujifilm und Olympus setzen inzwischen meist auf ihre gemeinsam entwickelte xD-Card, haben aber ihre besseren Modelle zusätzlich mit einem CompactFlash-Typ-II-Slot für Mikrodrives ausgestattet. Alle anderen Hersteller geben der SecureDigital-Card den Vorzug, während Sony ihren MemoryStick oder 8-cm-CD-RWs verwendet. Absolut out ist die problematische SmartMedia.

Absolut out sind in diesem Zusammenhang auch Laufwerke, die nur ein Speicherkartenformat lesen und beschreiben können. Schliesslich wird innerhalb eines Büros oder einer Familie früher oder später eine neue oder zweite Digicam fällig sein, die wahrscheinlich nicht dasselbe Kartenformat nutzt.

Wechselobjektive soll es künftig nicht nur bei digitalen Abkömmlingen von Kleinbildkameras geben, denn Olympus und Kodak wollen einen Standard für einheitliche Objektivanschlüsse und Chipgrössen anregen. So können Konsumenten künftig zu ihrer Digicam ein beliebiges Fremdobjektiv kaufen.

Fotodigitalisierer

Scanner haben im Zeitalter der Digitalkameras einen schweren Stand, dennoch präsentierten mehrere Hersteller interessante Geräte. Imacon zeigte den professionellen Flextight 646 für Auflösungen bis 6300 ppi. Minolta stellte mit dem Scan Dimage Dual III (2820 ppi, 598.–) einen preiswerten Filmscanner für gerahmte Dias und Negativstreifen vor. Ebenfalls auf Konsumenten ausgerichtet ist der A4-Flachbettscanner von HP ScanJet 5500C (48 Bit, 2400x2400 ppi, 499.–), der eine Durchlichtleuchte zum Digitalisieren von Kleinbildfilmen mitbringt. Das innovative Merkmal am 5500C ist aber der serienmässige Stapeleinzug für 24 Fotos im Format 9x13 cm und 10x15 cm. Der Filmtransport erfolgt dabei über einen integrierten «Staubsauger» beziehungsweise zwei Ventilatoren, die das Foto berührungsfrei an der Scanzeile vorbeiführen.

Die hier vorgestellten Geräte sollen mehrheitlich in den nächsten Wochen in die Verkaufsregale gelangen. Einzelne Modelle werden in grösseren Stückzahlen wohl erst Anfang 2003 ausgeliefert, wenn schon bald mit der PMA und der CeBIT im März die nächste Produkteflut zu erwarten ist.

 

 

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